Presseinformation vom 07.09.2026
Claus-Köpcke-Preis 2025/26 an die Schwarzbachbahn e. V.
vergeben
Der nach dem ehemaligen Eisenbahnbau-Ingenieur Prof. Claus
Köpcke (1830 – 1911) benannte und seit 2003 vergebene Preis
für besondere Leistungen für den Erhalt der sächsischen
Schmalspurbahnen geht in diesem Jahr an den Verein der
Schwarzbachbahn in der Sächsischen Schweiz.
Der Verein Schwarzbachbahn besteht seit 1995. In den dreißig
Jahren seiner Existenz ist er inzwischen auf über 150
Mitglieder angewachsen. Er hat sich das Ziel gestellt, die
einzige Schmalspurbahn in der Sächsischen Schweiz auf einem
Stück wieder aufzubauen. Diese war Anfang der fünfziger
Jahre des letzten Jahrhunderts abgerissen worden, weil das
Material für den Ausbau in Berlin gebraucht wurde. Die
Schwarzbachbahn verkehrte seit 1897 von Goßdorf-
Kohlmühle, an der Strecke von Bad Schandau nach Sebnitz
gelegen, nach Hohnstein. Auf den insgesamt 12 Kilometern
Strecke durchquerte die Schmalspurbahn eine wunderschöne
Natur, die seit Jahrzenten als beliebtes Wander- und
Ausflugsgebiet bekannt ist.
Anfangs konzentrierte sich der Verein vor allem auf den
Bahnhof Lohsdorf. 2006 dampfte es nach über fünfzig Jahren
Pause erstmals wieder und mit der Gastlokomotive 99 1590
der Interessengemeinschaft Preßnitztalbahn e. V. konnten
Führerstandsmitfahrten erlebt werden. Mit einem
unglaublichen Willen und großen Fleiß hat sich der Verein
auch gegen sehr schwierige verwaltungsrechtliche
Rahmenbedingungen behauptet und Jahr für Jahr ein Stück
der Schwarzbachbahn wieder auferstehen lassen. „Mangels
öffentlichem Interesse“ sollte es beim Bahnhof Lohsdorf
bleiben. Aber tausende Besucher zeigen alljährlich genau das
Gegenteil. In der strukturschwachen Region ist die
Schmalspurbahn ein wichtiger Bestandteil der touristischen
Infrastruktur geworden, die es zu weiter zu fördern gilt. Im Jahr
2026 erreichten die ehrenamtlichen Gleisbauer den Ort
Ehrenberg, dessen Ortsmitte das nächste große Ziel ist.
Ohne Infrastruktur kann es keine funktionsfähige Eisenbahn
geben. Fahrzeuge kann man sich ggf. von befreundeten
Vereinen oder Bahngesellschaften ausleihen. Zahlreiche
Lokomotiven und Wagen waren so auf der Schwarzbachbahn
zu Gast. Der Verein hat sich jedoch das Ziel gesetzt, einen
eigenen historisch korrekt rekonstruierten Personenzug im Stil
der Sächsischen Staatseisenbahn der zwanziger Jahre des
letzten Jahrhunderts aufzuarbeiten. Wagen, die als Hühnerstall
Jahrzehnte fehlverwendet wurden, sind nun wieder –
mustergültig aufgearbeitet – als Eisenbahnwagen im
Betriebseinsatz zu erleben.
Kontinuierlich kommt der Verein auf diesem Weg voran. Ein
ganz großer Schritt war die Hauptuntersuchung der
historischen Dampflokomotive der Gattung IV K 99 585, die
der Verein von dem befreundeten Verein der Museumsbahn in
Schönheide 2020 per Leihvertrag übernommen hat. Fünf Jahre
dauerte die betriebsfähige Aufarbeitung mit einem
außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement. Seit dem
August 2025 hat die Schwarzbachbahn nun eine „eigene“
Lokomotive, die zu besonderen Anlässen angefeuert werden
kann und den Besuchern die Bahn erlebbar macht.
Die Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen vergibt den Claus-
Köpcke-Preis in Anerkennung der außerordentlichen
Leistungen des Vereins beim Erhalt von Zeitzeugen der
sächsischen Schmalspurbahnen und für den erreichten Stand
beim Wiederaufbau der Schwarzbachbahn. Die
Preisverleihung erfolgt am 04.10.2026 im Bahnhof Lohsdorf.
Eine Super Mitteilung und vielleicht der Steigbügel, damit die
IK mal wieder in Lohsdorf zu sehen ist.
Bildautor (mit freundlicher Genehmigung): Christian Sacher
Über Claus Köpcke
Kein Name aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik ist so eng mit dem Bau
der sächsischen Schmalspurbahnen verbunden, wie der von Prof.
Claus Köpcke.
Geboren am 28.10.1831 in Hannover, studierte er bis 1852 in
Hannover und legte dort die Staatsprüfung für Ingenieurwesen und
Architektur ab.
Zuerst als Ingenieur in Harburg und im preußischen
Handelsministerium tätig, wurde er 1869 als Professor für Eisenbahn-,
Wasser- und Brückenbau an das Polytechnikum Dresden – die heutige
Technische Universität – berufen.
1872 trat er in den Dienst der für den Eisenbahnbau zuständigen III.
Abteilung des Königlich Sächsischen Finanzministeriums, wo er als
Geheimer Finanzrat und Vortragender Rat wesentliche Verantwortung
für die Entwicklung der sächsischen Schmalspurbahnen trug.
Von ihm stammen wesentliche Impulse für den Bau mehrerer
Schmalspurbahnstrecken. Er forcierte die Erschließung der ländlichen
Regionen Sachsens mittels Schmalspurbahn und trug damit
entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung Sachsens zu Beginn
des 20. Jahrhunderts bei.
Claus Köpcke blieb auch während seiner Zeit als Geheimer Finanzrat
als Ingenieur tätig und leistete wichtige Beiträge zum Eisenbahnbau,
wie z. B. dem Bau von Dreischienengleisen für die platz sparende
Verbindung von Schmalspur- und Regelspurgleisen in Bahnhöfen, die
Statik von Bahnbrücken oder die Gestaltung der Bahnanlagen in
Dresden.
Die Krönung seiner Ingenieurleistung ist die Konstruktion des „Blauen
Wunders“ in Dresden, einem Bauwerk, das allerdings nichts mit
Eisenbahnen zu tun hat.